Sebastian Meyer · No Borders


No Border, No Nation

20.07.-31.10.2021, Campus V, Dornbirn

"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen."

1. Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Andrea Salzmann und Sebastian Meyer formulieren in No Border, No Nation eine Utopie, die sich sowohl auf visueller als auch auf auditiver Ebne eingeübten Mustern und Strategien widersetzt und die Betrachtenden herausfordert neue Möglichkeitsformen zu entwickeln.

Andrea Salzmann entwirft Fahnen, die nicht mehr dem Prinzip der Erkennbarkeit folgen – sie lösen sich auf, sie transformieren sich, werden unkenntlich. Das Prinzip Nationalstaat wird herraus gefordert und stellen es grundlegend in Frage.
Pastelltöne, die ineinander zerrinnen dienen als Kontrapunkt zu leuchtenden Farben und harten Identitäten. So soll ein utopischer Raum des solidarischen Denkens, Handelns und Tuns entstehen, der sich auf Basis der Menschenrechte entwickelt und so das komplexe Gefüge eines globalen Miteinanders auf eine Ebene des tatsächlichen Miteinander bringt und sich somit jenseits einer kapitalistischen, patriarchalen Ordnung bewegt.
Neue vielfältige Formen von Identitäten entstehen und multiplizieren sich in allen erdenklichen Konstellationen.

Sebastian Meyer versetzt reine Wellenformen durch Rückkopplung, Interferenz, Filterung und Modulation in einen vielschichtigen Klangdialog. Die Komposition selbst verlangt nichts. Es ist die Qualität des Zuhörens, die man dem Klang entgegenbringt, die ihn wahrnehmbar macht; es ist das Zuhören, das ihn uns zu Eigen macht, je nach Qualität unserer Aufmerksamkeit.
Durch subtile Transformationen und lange Dauer entwickelt sich der Klang in seinem eigenen Tempo, hin zu jenen Momenten, in denen bewusst wird, dass Entwicklungen passiert sind, manchmal allerdings erst, nachdem sie bereits stattgefunden haben. Dadurch wird die Linearität von Zeit mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ebenso in Frage gestellt, wie etwa in diesem Fall die scheinbare Entität von Nation als Konstrukt entlarvt und ein innerer utopischer Raum geöffnet.



No Border, No Nation wurde für das Europäisches Forum Alpbach entwickelt. In Kooperation mit CampusVäre, Dornbirn findet für Dornbirn eine kuratorische und inhaltliche Übersetzung an die örtlichen Gegebenheiten statt.
Die Installation ist von 20.07. bis 31.10.2021 am Campus V, entlang der Dornbirner Ach von der Sägerbrücke aufwärts, erlebbar.
Kuration EFA 2020: Elisabeth Schack
Inhaltliche Adaption für Vorarlberg: Bettina Steindl, Jürgen Weishäupl
Produktion: Theresa Bubik

Besonderer Dank an:
Peter Holzinger (superated) für die unermüdliche Unterstützung bei der Materialfindung.
Ute Huber-Leierer für die technische Unterstützung bei der Umsetzung der Fahnen.
Forstbetrieb der Stadt Dornbirn und die Straßenmeisterei der Stadt Dornbirn für die großartige Hilfe.


links:
CampusVäre, Dornbirn
Europäisches Forum Alpbach